Gerichtslinde mit SteinbankDie Gerichtslinde mit Steinbank beim Ansitz Moarhofer in Lajen (Foto 1941)

Erstnennung Lajens

Wie Lajen von der Gerichtsaußenstelle zu einer eigenen Gemeinde wurde

Erstnennung:
In einer undatierten Schenkung, die nach den Amtsjahren des Bischofs Albuin zwischen 985 und 993 einzuordnen ist, wird der Ort Lajen zum ersten Mal wörtlich unter „Legian“ genannt. In dieser Schenkung übergibt eine „ehrwürdige“ Witwe namens Liutprich ihren Besitz in Lajen zu ihrem Seelenheil der Kirche der Hl. Kassian und Ingenuin in die Hände des ehrenwürdigen Bischofs Albuin.
Durch die Bezeichnung als „ehrwürdige Witwe“ ist Liutprich in der Standesqualität einer adeligen Dame vorzustellen. Da es im 10. Jh. mehr darum ging eine Erinnerung der Schenkung zu haben, wurden im Dokument der Witwe viele Zeugen für die Schenkung angeführt, jedoch fehlen die Beschreibung des Objekts, die Datierung und Unterschrift.

Lajen als Gerichtsaußenstelle:
Als die Grafschaft von Graf Albert von Tirol in verschiedene Untergerichte aufgeteilt wird, war Lajen ursprünglich ein eigenes Gericht. Dies geht aus einem Vertrag zwischen Graf Albert und Bischof Egno von Brixen aus dem Jahre 1241 hervor, in dem eine „Comicia aput Lajanum“ (bedeutet so viel wie „Gericht in Lajen“) genannt wird.
Später stellte Lajen nur mehr eine Dienstaußenstelle des Gerichtes von Gufidaun dar. Der Richter von Gufidaun leitete die Verhandlungen auf dem Platz vor dem Ansitz Moarhofer in Lajen. Eine der Linden auf dem Platz wurde von einer runden Sitzmauer umgeben und wurde als „Gerichtslinde“ bezeichnet.

Lajen als eigene Gemeinde:
Da das Gericht auch die Verwaltungsaufgaben übernahm, bildeten sich lange keine eigenen Gemeinden. Im Jahre 1506 gibt es in Lajen jedoch schon eine Dorfordnung, in der verschiedene Bereiche bereits geregelt wurden, z.B. dass jährlich ein Dorfmeister gewählt werden soll oder wer für die Instandhaltung der Gemeindewege zuständig war.
Erst mit den Verfassungsänderungen des 19. Jh. bildeten sich eigene Gemeinden, die nun die Verwaltungsaufgaben übernahmen. Von 1810 bis 1854 scheint auch St. Peter als eigene Gemeinde auf.
Ansitz Moarhofer mit LindeNordfassade des Ansitzes Moarhofer mit der Linde, bei der angeblich früher Gericht gehalten wurde (Foto 1944)
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